Ich habe seit etwa 30 Jahren aktiv mit Pferden zu tun. Angefangen hat meine "Karriere" wie die der meisten, als Stallmädchen in den verschiedenen Reitställen meiner Umgebung. Dabei war es nicht nur das Reiten, was mich magisch anzog, es waren die Pferde an sich. Ihr zufriedenes Kauen, ihr gelegentliches Schnauben, einfach ihr Dasein. Ihre Wärme... . Ihre Größe... . Ihre Stärke und der Schutz, den ich empfand, wenn ich mitten unter Ihnen war...

 

Als jüngstes Kind neben sechs Geschwistern sollte man meinen, genug Übungsfläche in Sachen Beziehung gehabt zu haben und darin absolut fit zu sein. Durch ständige Umzüge und Ortswechsel fiel jedoch so ziemlich alles weg, was eine innere Struktur hätte entstehen lassen können. Meine Eltern waren in ihrer Rolle absolut überfordert, das Vertrauen in mir selbst und meinen Mitmenschen war dadurch weit im Minusbereich. Eigentlich bestand für mich gar keine Hoffnung.

Aber ich hatte die Pferde.

 

In jeder Entwicklungsstufe meines Lebens haben Pferde quasi die Aufgaben übernommen, die eigentlich Menschen hätten übernehmen sollen. Als ich ein hilfloses Kind war, bekam ich Trost, Schutz und Wärme.

Als ich später älter wurde, und dann auch von den Pferden etwas forderte, oder meinte, etwas fordern zu können, hatten sie immer noch die jeweils passende Lektion für mich parat. Oft saß ich im Winter stundenlang im Stall auf der Futterkiste eingemummelt und hörte den Pferden beim Fressen zu...

 

Noch später lernte ich Menschen kennen, die mir die Pferde noch besser übersetzten, ich lernte Techniken kennen, um die Pferde zu trainieren, zu erziehen, mit ihnen zu kommunizieren. Techniken, die allesamt relativ wertlos waren, solange meine innere Haltung nicht kongruent zu dem war, was ich tat. Die Techniken allein sind wie ein Körper ohne Seele, geben uns aber eine gute Struktur, anhand der wir üben können, wirklich der zu SEIN, der wir tatsächlich sind. Es ist ein Kommunikationsmittel, vorausgesetzt immer, wir wollen die Antwort hören und lernen.

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Die Wildpferde als

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